Zwischen den Jahreszeiten

Spätsommer im Landhaus – 7 ruhige Dekoideen für den Übergang zum Herbst

Wohnen · Spätsommer · 24. August 2026

Leinenbirnen in Creme auf heller Kommode mit grünem Zweig – Spätsommer-Deko im Landhausstil

Es gibt diese zwei, drei Wochen Ende August, für die es eigentlich keinen Namen gibt.

Der Sommer ist noch da – die Hortensien blühen, das Gras ist grün, mittags ist es warm. Aber das Licht hat sich verändert. Es kommt flacher durchs Fenster, liegt länger auf dem Boden, wird gegen sieben schon golden. Abends wird es früher still. Und wenn du morgens rausgehst, riecht die Luft plötzlich anders.

Ich mag diese Wochen sehr. Und ich mag es überhaupt nicht, sie zu überspringen.

Denn genau das passiert gerade überall: Kaum ist der August halb vorbei, liegen orangefarbene Kürbisse in den Regalen, dazu Kunstlaub in Rostrot und die ersten Gespenster. Das ist mir zu laut, zu schnell und ehrlich gesagt auch zu weit weg von dem, was draußen wirklich passiert.

Deshalb heute sieben Ideen für die Zwischenzeit. Alles ruhig, alles hell, alles mit Dingen, die du wahrscheinlich schon hast. Creme, Leinen, Salbeigrün, Holz – und die ersten leisen Herbstzeichen, ganz vorsichtig dazwischengelegt.

1. Leinenbirnen auf einer hellen Kommode

Der Anfang ist fast immer eine Fläche, die du sowieso jeden Tag siehst. Bei mir ist das die Kommode im Flur.

Darauf: zwei, drei Leinenbirnen in Creme und Naturton. Daneben ein einzelner Zweig – noch grün, ruhig etwas krumm. Und ein altes Keramikstück, das nicht perfekt ist. Eine Kanne mit einem Sprung im Henkel, eine Schale mit einer schiefen Glasur.

Mehr nicht.

Das Schöne an Stoffbirnen ist, dass sie nichts behaupten. Eine echte Birne sagt „Erntezeit“, ein Deko-Kürbis sagt „Oktober“. Eine Leinenbirne in Creme sagt einfach nur: hier wohnt jemand, der gern Dinge in die Hand nimmt.

Der Trick mit der kleinen Gruppe: Drei Birnen wirken ruhiger als vier. Zwei wirken ruhiger als drei, wenn sie unterschiedlich groß sind. Sobald du symmetrisch stellst, wird es Dekoration. Sobald du leicht versetzt stellst, wird es Zuhause.

2. Die spätsommerliche Obstschale

Obstschale mit Äpfeln, Birnen und einer Stoffbirne aus Leinen

Meine Lieblingsidee für genau diese Wochen – weil sie echt ist.

Nimm deine normale Obstschale, die sowieso auf dem Tisch steht. Fülle sie mit dem, was jetzt reif ist: Äpfel, Birnen, vielleicht ein paar Zwetschgen. Und dann legst du eine einzige Stoffbirne dazwischen.

Nur eine. Nicht als Deko-Element, sondern als Beifang.

Es dauert einen Moment, bis Besuch merkt, dass da etwas nicht stimmt – und genau dieser Moment ist der ganze Zauber. Es ist der Unterschied zwischen einem gestellten Stillleben und einem Zuhause, in dem jemand näht.

Das Obst wird gegessen, wird nachgelegt, verändert sich. Die Stoffbirne bleibt. Und wenn Ende September das letzte Obst weg ist, liegt sie einfach allein in der Schale – und plötzlich ist Herbst.

🍏 Kleines DIY: Getrocknete Birnenscheiben

Wenn du in diesen Wochen eine einzige Sache machen willst, die nach Übergang riecht, dann diese. Kein Nähen, kein Einkauf – was du brauchst, ist eigentlich nur ein Nachmittag, an dem du sowieso zu Hause bist.

Du brauchst: 2–3 feste Birnen, den Saft einer halben Zitrone, Backpapier.

Nimm möglichst feste, noch nicht überreife Birnen – sehr weiche und saftige Früchte brauchen länger und werden beim Trocknen weniger gleichmäßig.

So geht’s:

  1. Birnen waschen und längs in gleichmäßige Scheiben von etwa 3–4 mm schneiden – mit Schale, mit Kerngehäuse. Das Kernhaus zeichnet beim Trocknen dieses kleine Sternmuster in die Mitte. Wichtiger als die exakte Dicke ist, dass alle Scheiben gleich dick sind, sonst trocknen sie ungleichmäßig.
  2. Kurz in Wasser mit dem Zitronensaft wenden. Das hält sie hell statt braun.
  3. Scheiben abtropfen lassen, trocken tupfen und auf ein Blech mit Backpapier legen, ohne Überlappung.
  4. Bei 70 °C Umluft trocknen – und jetzt der Punkt, den fast alle unterschätzen: Das dauert 6 bis 10 Stunden, nicht zwei. Birnen bestehen zu über 80 % aus Wasser. Einen Holzlöffel in die Ofentür klemmen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann, und alle zwei Stunden wenden.
  5. Fertig sind sie, wenn sie sich ledrig-biegsam anfühlen und beim Biegen an der dicksten Stelle keine Feuchtigkeit mehr austritt. Danach auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.
  6. Aufbewahren: erst wenn sie wirklich kalt sind in ein sauberes Schraubglas, dann kühl, trocken und dunkel. Schau in den ersten Tagen einmal ins Glas – beschlägt es innen oder wirken die Scheiben feucht, waren sie noch nicht ganz durch. Dann einfach noch einmal in den Ofen. Richtig getrocknet halten sie viele Monate.

Zum Essen lässt du sie eher weich-ledrig. Zum Aufhängen dürfen sie länger drin bleiben, dann werden sie bernsteinfarben und fast durchscheinend. Wie dunkel sie am Ende sind, hast du dabei selbst in der Hand: Nimmst du sie früher heraus, bleiben sie hell und blass goldgelb. Lässt du sie länger, gehen sie ins Bernsteinfarbene bis Karamellbraune – so wie hier. Beides ist richtig, es ist nur eine Frage davon, ob du sie essen oder aufhängen willst.

Getrocknete Birnenscheiben auf Holzbrett im Gegenlicht

Nur nicht in der Küche über dem Herd oder im Bad aufhängen – getrocknetes Obst zieht Feuchtigkeit wieder an.

Leg sie lose auf ein Holzbrett, streu sie zwischen deine Zweige oder fädle sie auf ein Stück Leinengarn.

Und der eigentliche Grund, warum ich das jedes Jahr mache: Das ganze Haus riecht den Nachmittag über nach warmer Birne. Es gibt keinen Deko-Gegenstand, der den Übergang so gut hinbekommt wie ein Geruch.

Und wenn du ohnehin schon Birnen im Haus hast: Aus den übrigen wird bei mir meistens noch am selben Abend eine Birnen-Rosmarin-Galette – rustikal, unperfekt und genau deshalb schön.

3. Ein Leinentuch statt Tischläufer – Landhaus-Deko ohne Aufwand

Leinentuch locker über Holztisch gelegt statt Tischläufer

Klassische Tischläufer sind mir oft zu ordentlich. Sie liegen mittig, sie liegen gerade, sie liegen wie bestellt.

Nimm stattdessen ein einfaches Leinentuch – ein Geschirrtuch, ein Stück Stoff vom Ballen, eine alte Serviette. Leg es quer über den Tisch, nicht mittig. Lass es an einer Seite länger hängen. Schieb es leicht zusammen, sodass Falten entstehen.

Leinen darf knittern. Das ist keine Nachlässigkeit, das ist der Punkt. Ein perfekt gebügelter Tisch sieht aus wie ein Katalog. Ein Tisch mit einem Leinentuch in Falten sieht aus, als hätte gerade jemand daran gesessen.

In Creme, Naturweiß oder einem sehr blassen Salbeigrün funktioniert das das ganze Jahr – und trägt später problemlos Kastanien, Kerzen und Kürbisse.

4. Die ersten Eicheln zwischen Sommergrün

Grüne Eicheln einzeln auf Fensterbrett zwischen Kräutertöpfen

Ende August liegen die ersten Eicheln schon unter den Bäumen. Noch grün, manche mit Hütchen, viele ohne.

Sammle eine Handvoll auf dem nächsten Spaziergang und leg sie nicht in eine Schale. Leg sie einzeln.

Eine neben die Vase. Zwei auf das Fensterbrett zwischen die Kräutertöpfe. Eine auf den Stapel Bücher auf dem Beistelltisch. Kein Arrangement, keine Gruppe, kein Herbst-Statement – nur diese kleinen Punkte, die dein Auge findet, wenn du durchs Zimmer gehst.

Kurz zum Praktischen, und das ist mir wichtig: Die grünen Eicheln von Ende August sind noch nicht reif. Sie schrumpeln nach ein, zwei Wochen ein, verlieren die Farbe und können schimmeln. Du kannst sie nicht haltbar machen – und du musst es auch nicht. Sie gehören genau in diese Wochen und sonst nirgendwohin. Fundstücke auf Zeit. Wenn sie zusammenfallen, legst du sie wieder nach draußen und sammelst neue.

Wenn du Eicheln wirklich behalten möchtest, warte auf die reifen braunen ab Ende September. Dann gilt: nur feste, glänzende Exemplare ohne kleine Bohrlöcher nehmen – die Löcher verraten den Eichelbohrer. Waschen, gut abtrocknen, und dann ein bis zwei Stunden bei 80–100 °C auf dem Blech in den Ofen, die Tür einen Spalt offen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Alle 20 bis 30 Minuten einmal durchschütteln, sonst bekommen sie an der Auflagefläche dunkle Stellen. So trocknen die Eicheln gründlich durch, und das Risiko, später kleine ungebetene Gäste mit ins Haus zu bringen, wird deutlich kleiner.

Ein kleiner Hinweis aus Erfahrung: Beim Backen lösen sich fast immer ein paar Hütchen. Nicht schlimm – ein Tropfen Heißkleber, und sie sitzen wieder, meist sogar fester als vorher. Danach vollständig auskühlen lassen und trocken und dunkel lagern.

Und wenn du magst, mischst du eine einzelne Stoffeichel dazwischen. Dasselbe Prinzip wie bei der Obstschale: Man sieht sie nicht sofort. Man findet sie.

5. Eine kleine Gruppe Stoffpilze auf einem Holzbrett

Drei Stoffpilze aus Leinen auf Holzbrett, natürliche Herbstdeko

Pilze sind für mich das ehrlichste Herbstzeichen, das es gibt – weil sie tatsächlich jetzt kommen und nicht erst im Oktober.

Nimm ein einfaches Holzbrett. Ein Schneidbrett, ein Stück Baumscheibe, ein altes Frühstücksbrettchen. Darauf drei Stoffpilze in unterschiedlichen Größen, dicht beieinander, wie sie im Wald stehen würden: nicht in einer Reihe, sondern in einer Gruppe, einer leicht schräg.

Wichtig: noch kein Herbstlaub dazu. Kein Moos, keine Kastanien, keine Rostfarben. Nur Holz und Stoff.

Das ist der ganze Unterschied zwischen „Spätsommer“ und „Herbstdeko“. Dieselben Pilze bekommen im Oktober ein bisschen Moos und ein paar trockene Blätter darunter – und wirken sofort völlig anders. Aber jetzt dürfen sie noch für sich stehen.

6. Naturzweige in der großen Vase: der Übergang von Sommer zu Herbst

Große Bodenvase mit grünen Naturzweigen im Spätsommer

Wenn du nur eine einzige Sache aus diesem Artikel umsetzt, dann diese – weil sie den Übergang nicht darstellt, sondern ihn tatsächlich macht.

Stell eine große Vase auf den Boden oder in eine Ecke und füll sie mit Zweigen aus dem Garten oder vom Wegrand. Jetzt Ende August: noch überwiegend grün. Haselnuss, Birke, Weide, was da ist.

Und dann tauschst du. Nicht alles auf einmal – jede Woche einen oder zwei. Ein grüner Zweig raus, ein trockener rein. Dann ein Zweig mit gelben Blättern. Dann einer ganz ohne Blätter, nur Struktur.

Ende Oktober steht in derselben Vase am selben Platz eine völlig andere Jahreszeit, und du hast an keinem einzigen Tag „umdekoriert“.

Genau so passiert es draußen auch.

7. Abends eine einzelne Kerze

Dieselbe Kommode am Abend bei Kerzenlicht – Übergang von Sommer zu Herbst

Der siebte Punkt ist gar kein Gegenstand, sondern eine Uhrzeit.

Der eigentliche Grund, warum sich diese Wochen nach Übergang anfühlen, ist nicht die Deko – es ist das Licht. Ende August wird es gegen halb neun dunkel, drei Wochen später schon um acht. Und irgendwann kommt der erste Abend, an dem du früher als sonst eine Lampe anmachst.

An diesem Abend stellst du eine einzige Kerze dazu. Nicht drei, nicht ein Arrangement. Eine.

Am besten neben die Dinge, die schon da stehen: neben die Birnen auf der Kommode, neben die Obstschale, neben das Holzbrett mit den Pilzen. Das warme Licht macht mit denselben Cremetönen etwas völlig anderes – es zieht das Beige ins Goldene, die Schatten werden weicher, das Leinen bekommt Tiefe.

Du hast nichts verändert. Und trotzdem ist es Herbst geworden.

Zwischen den Jahreszeiten

Wenn ich diese sieben Ideen anschaue, fällt mir auf, dass sie alle dasselbe machen: Sie nehmen etwas weg statt etwas dazuzustellen.

Kein neuer Einkauf, kein Wechsel der Deko-Kiste, kein Stichtag, an dem der Sommer beendet wird. Nur ein langsames Verschieben von hell zu warm, von grün zu trocken, von hell erleuchtet zu Kerzenlicht.

Ich glaube, das ist überhaupt der Kern davon, wie ich zu Hause wohnen möchte. Nicht in Saisons, die im Handel beginnen, sondern in dem, was tatsächlich vor der Tür passiert.

Und manchmal kommt genau dieses Draußen von selbst mit herein – in Wenn der Garten ins Haus zieht geht es um die Zweige, Blüten und Fundstücke, die im September ihren Weg ins Haus finden.

Deshalb wird daraus eine kleine Reihe: Zwischen den Jahreszeiten. Immer diese Wochen, für die es keinen Namen gibt – zwischen Sommer und Herbst, zwischen Herbst und Winter, zwischen Winter und dem allerersten Grün.

Bis dahin: Geh raus, sammel drei Eicheln und leg sie einzeln irgendwohin.

Das reicht für heute völlig.

– Jona

Die Leinenbirnen aus diesem Artikel stammen aus Villa Bloom No. 04 „Leinenbirnen“. Das Heft ist gerade in den letzten Zügen der Produktion und erscheint in Kürze.

Wenn du Bescheid bekommen möchtest, sobald es so weit ist, trag dich gern in meinen Brief ein – ich melde mich nur, wenn es wirklich etwas Neues gibt.

Bereits erschienen: Stoffpilze nähen und Stoffeicheln nähen →

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Jona

Über die Autorin

Jona · Villa Bloom & Co.

Ich schreibe über Landhausstil, Garten, Terrasse und gemütliches Wohnen – aus echter Überzeugung und eigener Erfahrung. Alles, was ich hier empfehle, habe ich selbst ausprobiert. Mehr über mich →